Eva Illouz erklärt in „Warum Liebe weh tut“ (Suhrkamp, 2018), warum Frauen und Männer heute so schwer zueinander finden. Sie ist Professorin an der Hebräischen Universität von Jerusalem. In ihrer soziologischen Erklärung zitiert sie Expertinnen und Experten, aus Befragungen, Kolumnen und Internet-Foren. Oft wirken die Zitate allzu vertraut. Vom Umwerben zum erotischen Kapital Eingangs vergleicht Illouz die Heiratsanbahnung in der viktorianischen Zeit mit heutigen Zeiten des Online-Datings. Wo früher Stand, Status oder einfacher das Vermögen darüber entschied, wer mit wem zusammenkommt - und die Männer die Frauen umwarben (S. 215), steht heute das sexuelle Kapital der Menschen, das über Status, Stand, Bildung und Geld hinweg Bindungserfolge ermöglicht. „Im 21. Jahrhundert [ist] das erotische Kapital einer Frau Teil ihres ökonomischen Kapitals." Durch höhere Bildungsabschlüsse und anspruchsvollere berufliche Tätigkeiten, aber auch durch ihr erotisches Kapital können Frauen, ...
Rezensionen und Gedanken