Es fiel mir mehrere Male in die Hände und Augen, aber ich traute mich nicht an den Stoff: Den Verlust und die Trauer um ein verunglücktes Kind. In Sarah Kuttners Roman „Kurt" (S. Fischer, 2019) ragt diese Trauer in eine Liebesbeziehung, in der das Kind lebte, und in eine Familie, die der Tod des Kindes zum zweiten Mal trennt und verbindet. Es gibt darin zwei Kurts, einen großen und einen kleinen. Einen Vater und einen Sohn. Zwei Familien, die Kurt hatte, bevor ... "Kurt hat winzige Augen. Ganz zugeschwollen vom Schlaf und einem schönen Veilchen. Veilchen sollte man vielleicht gar nicht schön finden, zumindest nicht an kleinen Kindern, aber Kurt steht sein Veilchen, zu dem Mund voller wackeliger Milchzähne und der winzigen Boxernase und lässt ihn viel verwegener wirken, als er eigentlich ist. Die Boxernase hat er vom großen Kurt. Ich liege in einem Bett voller Kurts, kleine und große, alle haben Boxernasen und Schlafaugen. Während der große Kurt eine leichte Schnapsfahne zu m...
Rezensionen und Gedanken