Irritation hinterlassen die Stereotype im Stück "Nicht Fisch nicht Fleisch" am Theater Freiburg, denn sie hängen fest, nicht nur als Zielfische im System Aquarium sondern auch in der Häuslichkeit der 70er. Bei den kinderlosen Karrieristen Emmi und Edgar leidet er unter Liebesentzug, den er in Körperlichkeit von der versteiften Puppe in Nadelstreifen einfordert. Sex ist da die letzte Möglichkeit, seine beruflich erfolgreiche, selbständige Frau noch im Griff zu haben. Und der Gewerkschafter Hermann arbeitet hart, verdient wenig und kämpft für die Zukunft unserer Kinder. Dabei gefährdet er aber sogleich die Existenz seiner eigenen Familie, wie seine Frau Helga befürchtet. Sie ist Hausfrau und Mutter, eine gute Seele, nützlich, gefügig und verfügbar. Ihre kleinen Welten brechen alle zusammen – miteinander und nacheinander wie das Hausdach, das als einziges Element der Kulisse durch den Raum schwebt. Die Schauspieler imitieren haltlos dessen Pfosten, die dem häuslichen Kons...
Rezensionen und Gedanken