Ich bin zweiundzwanzig Jahre alt. Mein bester Freund ist gestorben, weil er sich an eine nicht richtig geschlossene Regionalzugtür gelehnt hat. Das ist erst zwölf Jahre her. Immer, wenn meine Großmutter von einem Okapi träumt, stirbt hinterher jemand. Mein Vater findet, dass man nur in der Ferne wirklich wird, deshalb ist er auf Reisen. Meine Mutter hat einen Blumenladen und ein Verhältnis mit einem Eiscafébesitzer, der Alberto heißt. "Diesen Hochsitz da“, ich zeigte auf die angrenzende Wiese, „Hat der Optiker angesägt, weil er den Jäger umbringen wollte." Der Optiker liebt meine Großmutter und sagt es ihr nicht. Ich mache eine Ausbildung zur Buchhändlerin. (S. 135) Damit ist fast alles erzählt, worum es in „Was man von hier aus sehen kann“ (2017, Dumont) von Mariana Leky geht. Um Selma und ihre Enkelin Luise, der man in drei Lebensabschnitten begegnet, in nahezu jedem stirbt jemand. Zugleich zieht der Tod als Schrecken durch das Dorf, in dem jede mit jeder etwas zu tun hat o...
Rezensionen und Gedanken