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Es werden Posts vom Juni, 2021 angezeigt.

Hinter den Bergen droht ein Patriarchat zu eskalieren / Miroloi von Karen Köhler

Karen Köhler katapultiert mich mit „Miroloi“ (2019, Carl Hanser Verlag) in einen befremdlich reaktionären Albtraum, an einem verlorenen Ort oder eine Dystopie, die gegen Ende des Romans sanfter wird. Eine Außenseiterin mit einem kaputten Bein, die sich herkunftslos in einem Patriarchat verirrt hat: Folgt man der namenlosen Protagonistin, fließt man durch ein Buch, dessen kurze Kapitel 128 Strophen sind. Der Gesang ist düster, lieblich. Die Sequenzen steigern sich in einem klassischen Aufbau. Erst mag ich die junge Frau nicht begleiten, die in dem bergigen Dorf auf der Insel nichts ist und keine Rechte hat, den Kopf senkt und mit Anfeindungen und Beleidigungen im Alltag gewohnt umgeht. Es erscheint mir zu ungewohnt, Ort und Zeit nicht greifbar. „Eselstute. Schlitzi. Nachgeburt der Hölle. Ich war schon von Anfang an so hässlich, dass meine eigene Mutter mich lieber hier abgelegt hat, statt mich zu behalten. So eine wie ich, sagen sie, so eine kann nicht von hier sein, so hässlich ist hi...