In Isabelle Lehns Roman „Frühlingserwachen“ begleitet man die Ich-Erzählerin, eine Schriftstellerin, durch die Jahreszeiten. Er beginnt mit dem Frühling. Frühjahrsmüdigkeit, die; Substantiv, feminin. Des Frühjahrs müde zu sein. Der Müdigkeit müde zu sein, erneut dieses Leben zu führen. Der Roman ist wie eine Dia-Show. Klick und es schiebt sich einen neues Bild, eine neue Szene auf. Lehns Protagonistin oder alter Ego ist zu Hause beim Freund, am Schwitzen, am Bluten, ist depressiv, nur ein klein wenig oder eher in stetiger Angst davor. Dann ist sie bei einer Lesung, der Buchmesse, geht aus und fremd. Sie liebt, nein lebt den Exzess. Medikamente, Alkohol und Sex. Sie besucht Kinderwunsch-Zentren und ihren Therapeuten. Sie erzählt von Freundinnen, verschiedenen, a uch Müttern oder Schriftstellerinnen. S ie sind ihr alle wichtig, das spürt man. Und zwischendrin verweist sie – nie aufdringlich oder gekünstelt – auf Autoren und Stoffe, die sie bewegen und zitiert ...
Rezensionen und Gedanken