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Es werden Posts vom 2011 angezeigt.

Tschechows verdrehte Möwe

Zufällig kam da ein Mensch, sah sie, und weil er nichts Besseres zu tun hatte, vernichtete er ihr Leben. Ein Stoff für eine kleine Erzählung. Dabei nichts als Menschen, die auf der Bühne Menschen spielen, auf der Bühne ihr Leben suchen. Künstler, die Ruhm planen und Dichter, die ihre Geschichten leben, um sie niederzuschreiben; Mädchen, die aufgeben zu glauben – und sie versagen alle: Tschechows Figuren ohnehin aber auch die Schauspieler in nur seichtem Beifall. Länge, Langeweile, ja, auch das ist die Bühne. Und vielleicht wollte Alice Buddeberg dem Publikum diese auch unerträglich mit ihrem Stück aufdrücken, um sich einzufühlen, in die ländliche Erlebnislosigkeit, in der man die Reibung an großstädtischen Charakteren vermisst. Und das Innovative in dieser Inszenierung  ist dann wohl die Umkehr. Denn mag man  ihr unterstellen, dass sie die von Tschechow wohl gezeichneten Charaktere bewusst so rigoros klein macht. Das Intensive wird flach, das Gesagte platt und die Bühne d...

Warum das Kind in der Polenta kocht

So lautet wohl eine rumänische Kindergeschichte, nicht grausiger in ihrer Warnung als das rumänische Leben eines Gypsie-Mädchens ohnehin. Wie kam das Kind in den Topf der kochenden Polenta? Sucht es nach Schuld, wenn es alle bruatalen Szenarien von Irrtum bis Versuchung aufführt - für das eigene Schicksal? In dem mit Vorhängenen zugeknöpften Bus auf einem Parkplatz in der Schanze steigt das Mädchen zum Publikum und erzählt eindringlich ihre Geschichte, nimmt das Publikum mit, das sie nicht aussteigen lassen will. Ein Normadenleben, zwischen Blocks, Wohnwagen und Mädchenheim. Immer ein anderer Ort ist zu Hause. Sobald sie das blaue Tuch ausbreitet, ist sie überall zu Hause.. denn dann ist das Meer bei ihr. Die kleinste Nische reicht. Die Tür des Wohnwagens zuziehen. Und Ausland ist ueberall. Spricht Gott verschiedene Sprachen? Der Himmel ist so weit. Die Angst vorm Verlust der Mutter, die sich Jahr für Jahr in der Manege an den Haaren aufhängt, und sie gleichzeitig tot zu wünschen...

Gonzo

Gonzo ist Projektionsfläche, Symbol für das erste Mal, Rausch, Sex, Entgrenzung. Loszulösen versuchen wir uns - in dieser Momentaufnahme unserer selbst konstruierten Spaßgesellschaft zu leben, völlig aneinander vorbei, ist nichts echt, aber alles kommt in Frage. Alles kann sein, ist fürchterlich extrem und echt. Liebe wie ein Wort an den Kopf. mehr_ http://www.schauspielhaus.de/spielplan/detail.php?id_event_date=8873531&id_language=1

Das Infant Don Carlos

Der Prinz, das Infant, der springende, unruhige, der hoffnungsvoll sich der Liebe zuwendende Don Carlos, seiner Königin Mutter, die zugleich die Geliebte des Vaters, seine Liebe nicht würdigt. Beide verloren zwischen Leidenschaft und Intrige. In einem Bild voll rollender Musik und Drehangelkreuzen, die sich quer stellen im Irrgarten, dem Karussell  dem Wahnsinn, dem die Verzweiflung und die abgrundtiefe Hoffnung an das Wahre zugrunde liegt, aus dem sie sich nicht befreien können. Auch sind die Gedanken frei, ist die Stirn eng, die Flucht ein Gefängnis, aus deren Taubheit sich nur schwer befreien lässt. Die Seele, die in der Herzensfreunde Täuschung ahnt, festhält an dem Glauben an Inniges, das Leben voller Leid und Leidenschaft. In der Geringschätzung des Vaters, des Feindes, versucht das Infant Don Carlos ihm demütig Liebe abzukämpfen zu erzwingen. Wir sind leer und voller Sehnsucht. Und dass sie nichts mehr fühle, Projektion zulässt, liegt allein am Manne, dem sie nicht...

Penthesilea

Eine Penthesilea, stark und gebrechlich zugleich, im unabdingbaren Kampf gegen die Männerwelt besiegt sie doch niemanden und nichts, nur ein Stück ihrer selbst. "Nun ist's gut." mehr_ http://www.schauspielhaus.de/spielplan/detail.php?id_event_cluster=555469