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Es werden Posts vom Oktober, 2011 angezeigt.

Tschechows verdrehte Möwe

Zufällig kam da ein Mensch, sah sie, und weil er nichts Besseres zu tun hatte, vernichtete er ihr Leben. Ein Stoff für eine kleine Erzählung. Dabei nichts als Menschen, die auf der Bühne Menschen spielen, auf der Bühne ihr Leben suchen. Künstler, die Ruhm planen und Dichter, die ihre Geschichten leben, um sie niederzuschreiben; Mädchen, die aufgeben zu glauben – und sie versagen alle: Tschechows Figuren ohnehin aber auch die Schauspieler in nur seichtem Beifall. Länge, Langeweile, ja, auch das ist die Bühne. Und vielleicht wollte Alice Buddeberg dem Publikum diese auch unerträglich mit ihrem Stück aufdrücken, um sich einzufühlen, in die ländliche Erlebnislosigkeit, in der man die Reibung an großstädtischen Charakteren vermisst. Und das Innovative in dieser Inszenierung  ist dann wohl die Umkehr. Denn mag man  ihr unterstellen, dass sie die von Tschechow wohl gezeichneten Charaktere bewusst so rigoros klein macht. Das Intensive wird flach, das Gesagte platt und die Bühne d...