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Es werden Posts vom 2025 angezeigt.

Zarte Fäden und der Duft von Birnen

Zwei Frauen treffen sich am Ortsrand, zwischen Acker und Graben. Eine noch jung und der Problembewältigung in der Klinik entflohen, oder den Menschen. Eine allein, schwer hebend, etwas schweres Unbekanntes tragend. 

Gefühlsstärke 17: Wind im Herzen

Caroline Wahls „Windstärke 17“ nimmt mich mit. Nach Hamburg, Rügen, Berlin. In die Seele der erwachsen gewordenen Ida. Die kleine Schwester lässt tief blicken in ihr Innenleben. Tiefer als ihre große Schwester Tilda in „22 Bahnen“, die eher rational und zwanghaft tickt. Ist mir die Kleine näher? 

„Wenn ich aufwache, ist das Problem gelöst“

Julia Schochs „Das Vorkommnis“ (2022, dtv) ist der erste Teil der Biografie einer Frau. „Wild nach einem wildem Traum“ hatte mich eigentlich angesprochen. Dann dachte ich aber: lieber am Anfang beginnen. Fixiert auf das Thema DDR im Klappentext. Worum es geht? So genau weiß ich es nicht. Eine Frau, die Lesung und die Begegnung mit der bis dato unbekannten Halbschwester. Auf wenige Worte und eine ungelenke Umarmung folgt dieses Buch, das Schoch wegen der Halbschwester schreibt. Aber man erfährt wenig über sie, die Familie, die DDR; mehr über ihr Leben mit dem Mann, dem älteren und dem jüngeren Kind. Die große Distanz zwischen ihnen, allen. Den Reiz des Neuen spürt man leise. Ein kurzes Ringen mit dem Misstrauen. Ihr Mann, die Liebe, die Leere. Der räumliche Abstand. Am Ende sei es gar nicht so oder zumindest nicht ganz so gewesen: Das erste Buch über die richtige Schwester. Über das Ausharren, Durchhalten und Luft anhalten Ich dachte: Gemessen an den damaligen Straßenverhältnissen, den ...

Chor der Enge

Klaustrophobisch, abgeschnitten: Die 5 Kammern der Töchter liegen wie Waben nebeneinander, nur dort enthüllt sich Leben. Sie sind ihrer Freiheit und Feminität beraubt. In „Bernarda Albas Haus“ unter Regie von Katie Mitchell am Schauspielhaus Hamburg fühlt man den Schmerz, den lauten und den leisen, der Frauen. Ihre Gespräche kippen ineinander. Ein Chor der Enge. Die Bedrohung bleibt draußen, lauert im Hof und Licht der Laterne. Oder war es die Leidenschaft? Hinter dem eisernen Vorhang, der zu Boden fällt, wird alles still. Er trennt. Der Saal wird ins Schwarze getaucht. Selten war es so drückend einsam. Wunderbare Inszenierung und eindrucksvolles Bühnenbild (Alex Eales). Zurecht ist das Stück dieses Jahr zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Mehr: https://schauspielhaus.de/stuecke/bernarda-albas-haus