Julia Schochs „Das Vorkommnis“ (2022, dtv) ist der erste Teil der Biografie einer Frau. „Wild nach einem wildem Traum“ hatte mich eigentlich angesprochen. Dann dachte ich aber: lieber am Anfang beginnen. Fixiert auf das Thema DDR im Klappentext. Worum es geht? So genau weiß ich es nicht. Eine Frau, die Lesung und die Begegnung mit der bis dato unbekannten Halbschwester. Auf wenige Worte und eine ungelenke Umarmung folgt dieses Buch, das Schoch wegen der Halbschwester schreibt. Aber man erfährt wenig über sie, die Familie, die DDR; mehr über ihr Leben mit dem Mann, dem älteren und dem jüngeren Kind. Die große Distanz zwischen ihnen, allen. Den Reiz des Neuen spürt man leise. Ein kurzes Ringen mit dem Misstrauen. Ihr Mann, die Liebe, die Leere. Der räumliche Abstand. Am Ende sei es gar nicht so oder zumindest nicht ganz so gewesen: Das erste Buch über die richtige Schwester. Über das Ausharren, Durchhalten und Luft anhalten Ich dachte: Gemessen an den damaligen Straßenverhältnissen, den ...