Bonjour Tristesse , Francois Sagans Roman von 1954 über den Verfall vom Überfluss wird im St. Pauli Theater Hamburg uraufgeführt. Das knarksende Haus mit den Holztribünen und dem Toiletten-Geruch neben der Bühne ist eine Premiere für mich. Im Scheinwerferlicht posieren Langbeinige, Rotköpfige, Wendehälse, torkeln Ewigjunge und Sonnentrunkene. Das Schauspiel von Dania Hohmann erheitert, geht aber nicht nah, ist eher rührend als berührend. Das ist es wohl: das Lebensgefühl der Generation, die gesättigt und leer ist, sich nicht spürt, von der Bonjour Trisstesse handelt. Raymond (Uwe Bohm) und dessen 17-jährige Tochter Cécile (Josephin Busch) leben ein Leben voller Leichtigkeit, ein inniges und intensives Zweiergespann, zu dem sich periodisch andere, nahezu gleichaltrige Frauen gesellen. Im Sommer verlassen sie Paris und fahren ans Meer. Sie bewegen sich meist zwischen Lust, Exzess und Taubheit und ".. waren erfüllt von Dingen, die wir nicht sagten, von heimlicher Furcht und von Gl...
Rezensionen und Gedanken