Seife auf der Haut: das klingt sanft, soft, schön. Soap & Skin mit Ensemble aber sind von Beginn an dramatisch, verstörend. Durch die sanfte Stimme am Klavier schrammt der elektrisierte Sound der Streicher, kreischen ein paar hohe Töne. Und der gerade mal 22-jährigen Österreicherin Anja Franziska Plaschg spürt man an, dass Sie Künstlerin und nicht "nur" Musikerin, Sängerin und Pianistin, ist. Eine Gesamtperformance ist ihr Auftritt, ihre Musik experimentell, energisch. Mitunter hat man das bedrückende Gefühl, sie will die Bühne jetzt doch verlassen, wenn sie sich scheinbar erschöpft, in dem von Atem stockenden Applaus, nach einem Song vom Klavier erhebt und sich schleppend zum Bühnenrand bewegt. Doch sie kommt wieder, der Auftritt wie ein Lebenskampf. Sie lässt sich zu Boden fallen, steht auf. Dann dirigiert sie grotesk, mal schwarz, mal bunt gekleidet als sei sie unentschieden mit der Stimmung. Sanft und schreiend ist sie, energisch schallen ihre Emotionen in den Saal ...
Rezensionen und Gedanken