"Eigentlich ganz bezeichned, dass du es nur dann magst, wenn das Meer grau und bedrohlich ist." Frühstückstischtränen im Finale, als der Bogen zu einer Kindheitserfahrung geschlagen wird. 180° Meer kreist um die Protagonistin Jule, deren Seele von einer schrubbeligen Schicht Hornhaut überzogen zu sein scheint. Ihre Gefühlsregungen sind still, außen nicht sichtbar, innen herrscht ein dumpfes Brodeln, dem sie sich entzieht, indem sie den Blick zu Boden wirft. Die Nähe in der Partnerschaft findet sie in Tims Achselhöhle, in die sie sich wohlig intim verkriecht. Oder in den Seitensprüngen mit Andreas, Relikt der leichten Nähe, aus einer anderen Zeit. Von winselnden Anrufen ihrer Mutter begleitet, fehlt es ihr an Mut und Selbstvertrauen, ihrem Vater unter die Augen zu treten.
Rezensionen und Gedanken