Ein Kreis, die Bühne, das Publikum starrt auf die Manege, die Gerichtssaal, endlose Wüste und Ringkampf zugleich ist. Jette Steckel verstrickt in Albert Camus "Der Fremde" zwei Stoffe miteinander. Einmal Camus Romanfigur Meursault: Aus vermeitlicher Notwehr tötet er einen Araber und ist durch eine sonderbare Gleichgültigkeit geprägt, die ihn selbst bei der Beerdigung seiner Mutter nicht verlässt. Er weint nicht. Ein schepperndes Lachen kennzeichnte den Märtyrer Madjid Kawussifar, der 2005 der für den Mord an einem Iranischen Richter verantwortlich und nach seiner Anklage hingerichtet wird. An der Schlinge grinst er gleichgültig, lacht. Zwei Stoffe, zweimal der Fremde. "Die/ Der Fremde" auf Schauspielhaus-Postkarte (hh 12/12) "Ich bin Albert Camus ", sagt eine der vier Figuren auf der Bühne, schwarz-weiß gekleidet, eine Frau, drei Männer, eine Figur der Beruf, eine die Qual, ... alle sind sie aber Meursault, einer im Kampf mit sich selbst. Jed...
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