„Jedes Mal, wenn ich höre, dass eine Freundin ein Baby bekommt, fühle ich mich von einer bedrohlichen Kraft in die Enge getrieben, noch stärker bedrängt denn je.“ (S. 188) Dieses Buch habe ich ein, vielleicht zwei Wochen wie eine verständnisvolle und tröstende Freundin in meinem Beutel mit mir herumgetragen: Sheila Heiti hat über die „Mutterschaft“ (2019, Rowohlt) geschrieben, ohne selbst Mutter zu sein und zeigt, dass man auch anderes zur Welt bringen kann. Ein Buch wie die Folge einer Geburt. Eines Haderns, Ringens, Pressens, Stöhnens, einer Zeit der Aufregung und des Schmerzes. Heiti zeigt darin viel Persönliches. Über ihre Beziehung zu Miles, den Mann, mit dem sie zusammenlebt und der eine Tochter hat; über ihren liebenden Vater und ihre abwesende, arbeitswütige Mutter und ihre jüdischen Wurzeln. Sie sammelt darin Situationen und Dialoge, die sie erlebt – auf der Lesereise, unter Freunden und im Privaten. Freundinnen, die von ihr als Mutter träumen; Frauen, die kinderlosen ...
Rezensionen und Gedanken