Glück gibt's nicht im Späti, und auch nicht auf Kinoleinwänden... selbst wenn Doris Dörrie ihren neuen Film so betitelt, und darin dieses einfache Glück meint, zeigt sie darin doch nicht mehr als jeder andere, leisere oder lautere Film, oder unser eigenes Leben: Es gibt viele Momente, in denen wir uns gar nicht bewusst sind, dass wir es haben, das Glück. Immerhin, ein guter Vorspann.
Überzogen sind Dörries Geschichten von den Menschen wohl oft, keine authentischen Erzählungen, eben ganze Kinogeschichten, fiktiv und ungewöhnlich. Dabei weder dramatisch und leider auch nicht sonderbar und leise. Laut und Klischee beladen, extrem und unnötig, die Figuren zu stark und ohne große Identifikation. Könnte die Geschichte nicht auch ohne ohne Prostitution und Punk auskommen, es viel weicher zeichnen, das Schicksal und die Glücksmomente. Prostituieren wir uns nicht alle, körperlich und seelisch, beruflich und privat. Reißen wir nicht alle mal aus oder denken darüber nach? Punkrock im Büro mit aufgeschürften Knien, zerrissener Jeans und großer Klappe?
Oder sind wir nicht die Zielgruppe, sondern die anderen, die Schlipsträger, Statusjäger und eigentlich Welt- und Glücksfremden, die sich das Extreme des scheinbar gesamtgesellschaftlichen Unglücklichseins auf der Kinoleinwand reinziehen und sich fragen, wieso man mit Schaukeln, Butterbroten und Zeitung ausfahren glücklich sein kann. Warum KIK-Fließdecken und bestickte Taschentücher?
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