Jede Band, auch die Hamburger, scheinen mindestens einen Berlin Song zu haben. Angelika Express schicken ihre Leute dem Trend hinterher: "Hau doch ab, nach Berlin", Tele verabschieden ein Berlin wie es mal war "Bye, Bye, Berlin", Die Sterne träumen vom "Big in Berlin" tonight sein und Kettcar singen in 48 Stunden von einen Kuss und einem Zug nach Berlin.
Bein Konzert in der Großen Freiheit beginnen Kettcar mit diesem Berlin-Song und setzten ganz ans Ende ihres Auftritts einen der neuen Songs, der Hamburg gewidmet ist, dem neuen, schrillen Hamburg. Die Fans, wären sie nicht lokal-patriotisch, fan-kultiviert und lauthals trunken wie ein Fußballchor, bekamen ihn erst mit der dritten Zugabe bekommen. Vielleicht hätten Kettcar diesen Song ihren Fans gerne vorenthalten, denn sie hängen ohnehin noch den Liedern nach, die sie schon seit mindestens einem Jahrzehnt grölen und die neue EP "Zwischen den Runden" geht völlig darin unter. Dabei weicht dieses Album etwas vom Kettcarschen Einheistgetön ab, klingt musikalisch facettenreicher und die Texte auch erwachsener. Aber das Publikum schnallt es auch zum Schluss nicht. Sie wollen das Hamburg, was sie einst aus der Republik oder der Metropolregion mit "An den Landungsbrücken raus" anspülte und überhören im Finale gar die Kritik in "Schrilles, buntes Hamburg", dass sich unlängstTouristen durch die Hafencity drängeln und Perlenketten stadtbildentfremdend die Stadt durchziehn. Es muss nicht alles verwertet werden. Auch nicht jeder alte Song zum 1000sten Mal.
Der Vorhang fällt und ich dachte noch, die verbeugen sich jetzt noch gleich unter dem tosenden Applaus. So ein Theater. Ist es nicht.
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