Direkt zum Hauptbereich

Die Nacht übertreibt

Wohl kaum. Sie hält den Atem an. Moritz Krämer und Francesco Willking liefern sich in ihrem neuen Projekt "Höchste Eisenbahn" ein Duett der Vielfalt und Einfalt. Es gibt keine Linie, wenn Singer-Songwriter- Klänge auf Rap, Synthie-Sounds, soulige Elemente und Trash-Pop treffen. Das Tele-Lachen und infatile Säusel-Kreischen kreuzt sich in der Variation der Songs. Anspielungen der Band zu Ruhm, dem Hamburger Gefahrengebiet und das Leben als Testimonial für Browsergames vertreiben die Schwere der Songs in Pausen.

Schau an, schau an, schau, in den Lauf(,) Hase..



Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Hans, schäme dich!

Er zwingt zu Geduld und akustischer Ausdauer. Hans Unstern und Band schwindelt nicht, er überzieht, wie einmal lang Luftanhalten ist das meditativ-psychedelische Schalgzeugsolo, das den instrumentalen Einstieg von  "Bea criminal"  in das Konzert trommelt. Bei  "Ich schäme mich" , setzt die Stimme klangvoll ein. Die Riesentuba und der Mann hinter den Saiten der Harfe klagt vom Mut, den er doch auch nicht hat und zieht die Stirn unter haarigen Augenbrauen in Runzeln. ".. den großen Streichelzoo im Nacken, mit oder ohne dickem Fell bleiben Ratschläge Schläge und Gitterstäbe Gitterstäbe .. "  Unsterns lebendiges Pseudonym reiht sich als Bandmitglied in die Frontrow, klärt auf, was unverstanden blieb. Sie ist Teil der Band. Kein Schwindel? Und eine erstaunlich bunte Truppe, eine Band, die keine optische Einheit bilden muss, um dem Anspruch der Ausgefallenheit und Vielfalt zu entsprechen, nichts ist gefällig oder nur schön. Der Unstern hat Zöpfe, zwei und ...

Einblicke in verschlossene Blicke: Rauch, Gursky und Schutz in Kerstner Gesellschaft

Neo Rauch zeigt Zeichnungen und Plastiken, so phantastisch wie grausam, eine Neo-Märchenwelt vielleicht. Eine stämmige Frau, " Die Jägerin ", mittelalterlich trägt sie aber Dock Martins, Männerköpfe entspringen ihrer Brust, ein Adler trohnt wachsam auf ihrer Schulter. Die Mutige ängstigt nicht. Andreas Gursky hingegen komponiert oder sieht die Struktur in seinen sozialdokumenatrischen Aufnahmen, und vereint darin System und Schönheit. Wenn die Linien im Bild der riesigen Nähfabrik beim Betrachten aus der Nähe zu Stromleitungen für Lampen werden, und die Punkte Frauen in gleich Kleidern und gleichen Abständen zueinander sind, Körbe, Sachen und Nähmaschinen, eine feste Struktur der Einheitlichkeit, die sie dort für die westlichen Welt ins konformer Markenmode wohl auch produzieren. Oder in der Ansicht des Bergwerks, bunt blitzen Gegenstände zwischen dem Schwarz auf, das wenige Hab und Gut für die Pause, Sachen zum Umkleiden, Pausenbrote in Brotbüchsen hägen an Ketten neben...

Der Ritter von der traurigen Gestalt und die Illusion des Seins

Ein Anti-Held in einer Gegenwelt, die sich ihr verzaubert gegenüberstellt, und wenn in diesem Theaterprojekt "Quijote. Trip zwischen die Welten" eben die Helden zwar Don heißen aber als Frau, Pferd und Wutbürger, als alles und jeder in Erscheinung treten, sind es wohl wir alle, die tölpelig durch diese Welt (ja, sie ist eine Bühne, Shakespeare!) taumeln, spielen um der Realität zu entfliehen, Rüstungen zur Entfremdung tragen, davon reiten um zu begrenzen und doch wiederkehren, um die Energie wie einen Staffelstab weiterzureichen. Wer geben kann, hat alles. Der Ritter von der traurigen Gestalt will seine eigene Geschichte nicht schließen, die er in Transformation durchquert, die lange noch nicht vorbei ist. Die Liebe ist platonisch und er abstinent, um ihr die Geschichte zu schreiben, von den Heldengeschichten, die keine sind. Etwas sein zu wollen, was man nicht ist. Die Geschichte, das eigene Buch fortzuschreiben, eine Figur zu sein - im Leben. Das Scheitern und unvollko...