Marianne, Sarah, Meret: Die drei Frauen treffen aufeinander in einer Klinik am Waldesrand. Unter Krankenschwestern gibt es zwei Lager, zwei professionelle Haltungen, wie man den Patienten und ihrem Gesundheitszustand am besten begegnet: mit Apathie oder mit Empathie.
Weil Schwester Meret einen besonders mitfühlenden Umgang mit den Patientinnen beherrscht, sie mit Karten und anderen Dingen ablenkt und liebevoll beschäftigt, macht der Arzt sie zu seiner Assistentin. Sie ist künftig bei seinem neuartigen Eingriff am Gehirn, der Patienten von ihrem mentalen Leid befreien soll, dabei. Es gab lebende Beispiele für den Erfolg der modernen Methode, doch manchmal scheitere sie. Man konnte nichts mehr tun.
Weil Schwester Meret einen besonders mitfühlenden Umgang mit den Patientinnen beherrscht, sie mit Karten und anderen Dingen ablenkt und liebevoll beschäftigt, macht der Arzt sie zu seiner Assistentin. Sie ist künftig bei seinem neuartigen Eingriff am Gehirn, der Patienten von ihrem mentalen Leid befreien soll, dabei. Es gab lebende Beispiele für den Erfolg der modernen Methode, doch manchmal scheitere sie. Man konnte nichts mehr tun.
"Es war ein simpler Eingriff. Die Nachwirkungen konnten schmerzhaft sein, aber das ging vorüber. Dann fing etwas Neues an. So wurde es mir beigebracht. Daran hielt ich fest."(S. 7)
Meret und Sarah teilen sich im Schwesternwohnheim ein Zimmer, aber die Schichten trennen ihre Tage, ihren Schlaf und die Chance auf Austausch. Aus ersten Aufspüren wird ein inniges Beisammensein.
„Das Wohnheim hatte seine lauten und seine ruhigen Stunden. Stille gab es keine. Manchmal zerriss mir ein Traum die Nacht, und ich lag da, im Dunkeln, und hörte dem Haus zu. Hörte das Wasser, das hinter der Wand durch die Leitungen rauschte und dachte an die Wohnung, in der ich aufgewachsen war und von der ich die längste Zeit geglaubt hatte, sie sei aus Papier gebaut. Ich lag da und hörte, wie die anderen in ihre Betten fielen, ein müder Körper zehnmal schwerer als ein wacher, und mir wurde klar, was ein Bett tragen muss, Knochen, Fleisch und Blut und alles, was ein Menschen gesehen hat. … Über den Waschbecken roch es sauer. Arme wurden angehoben, die Achseln mit Lappen ausgewaschen. Auch der Gestank unruhiger Träume hing in der Luft, das Sandige, Erdige der Augen, aus denen sich die Unglücklichen den Schlaf zu reiben versuchten.“
Meret und Sarah teilen sich im Schwesternwohnheim ein Zimmer, aber die Schichten trennen ihre Tage, ihren Schlaf und die Chance auf Austausch. Aus ersten Aufspüren wird ein inniges Beisammensein.
„Das Wohnheim hatte seine lauten und seine ruhigen Stunden. Stille gab es keine. Manchmal zerriss mir ein Traum die Nacht, und ich lag da, im Dunkeln, und hörte dem Haus zu. Hörte das Wasser, das hinter der Wand durch die Leitungen rauschte und dachte an die Wohnung, in der ich aufgewachsen war und von der ich die längste Zeit geglaubt hatte, sie sei aus Papier gebaut. Ich lag da und hörte, wie die anderen in ihre Betten fielen, ein müder Körper zehnmal schwerer als ein wacher, und mir wurde klar, was ein Bett tragen muss, Knochen, Fleisch und Blut und alles, was ein Menschen gesehen hat. … Über den Waschbecken roch es sauer. Arme wurden angehoben, die Achseln mit Lappen ausgewaschen. Auch der Gestank unruhiger Träume hing in der Luft, das Sandige, Erdige der Augen, aus denen sich die Unglücklichen den Schlaf zu reiben versuchten.“
(S. 11f)
In Yael Inokai Roman „Ein simpler Eingriff“ kommen sich die Fremden nah. Die beiden Krankenschwestern, der Arzt und die auserwählte Krankenschwester, die Schwester und die Patientin. Es geht es um echte Begegnung, die Kraft der Glaubens in das Gute und dessen Kehrseite. Um Freundschaft, Liebe und Frauen. Inokai fängt mich auf den Seiten ihres düsteren Stoff - über medizinische Versuche auf einem modrigen Klinikgelände - mit ihren guten Sätzen, die alles riechen und fühlen lassen, und die sie zu einer guten, tiefsinnigen Geschichte webt.
„Gefühlt war der Regen immer da, klopfte von draußen ans Gebäude, füllte die drückende Luft im Raum, kroch in die Wände. … Manchmal in den verlorenen Stunden zwischen Mitternacht und Morgen, saßen hier die Schwestern, die den Abgrund gesehen hatten. Sie kamen nicht weg. Sie dachten, wenn sie nur lange genug sitzen blieben, dann könnten sie den Abgrund hier zurücklassen, ihn zusammen mit ihrer Uniform einfach abstreifen.“
In Yael Inokai Roman „Ein simpler Eingriff“ kommen sich die Fremden nah. Die beiden Krankenschwestern, der Arzt und die auserwählte Krankenschwester, die Schwester und die Patientin. Es geht es um echte Begegnung, die Kraft der Glaubens in das Gute und dessen Kehrseite. Um Freundschaft, Liebe und Frauen. Inokai fängt mich auf den Seiten ihres düsteren Stoff - über medizinische Versuche auf einem modrigen Klinikgelände - mit ihren guten Sätzen, die alles riechen und fühlen lassen, und die sie zu einer guten, tiefsinnigen Geschichte webt.
„Gefühlt war der Regen immer da, klopfte von draußen ans Gebäude, füllte die drückende Luft im Raum, kroch in die Wände. … Manchmal in den verlorenen Stunden zwischen Mitternacht und Morgen, saßen hier die Schwestern, die den Abgrund gesehen hatten. Sie kamen nicht weg. Sie dachten, wenn sie nur lange genug sitzen blieben, dann könnten sie den Abgrund hier zurücklassen, ihn zusammen mit ihrer Uniform einfach abstreifen.“
(S. 123)
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