Der Kitsch und die Einfachheit des Denkens einer Studentin treffen in Caroline Wahls Roman „22 Bahnen“ (DuMont 2023) auf schwere Themen: Suchterkrankung, Parentifizierung, Verlust und Trauer. Diese Themen rieseln so beiläufig in die Handlung um Tilda, die in einem Dilemma zwischen Aufbruch und Verharren steckt: Doktorarbeit in Berlin angehen oder Zuhause die Obhut von Mutter und Schwester stemmen? Sich mal um sich oder weiter um die anderen kümmern? Eng und liebevoll wird die Beziehung der Schwestern beschrieben. Auch Freunde bekommen im Leben von Tilda viel Raum, sie sind wichtige Bezugspersonen.
Ein Anti-Held in einer Gegenwelt, die sich ihr verzaubert gegenüberstellt, und wenn in diesem Theaterprojekt "Quijote. Trip zwischen die Welten" eben die Helden zwar Don heißen aber als Frau, Pferd und Wutbürger, als alles und jeder in Erscheinung treten, sind es wohl wir alle, die tölpelig durch diese Welt (ja, sie ist eine Bühne, Shakespeare!) taumeln, spielen um der Realität zu entfliehen, Rüstungen zur Entfremdung tragen, davon reiten um zu begrenzen und doch wiederkehren, um die Energie wie einen Staffelstab weiterzureichen. Wer geben kann, hat alles. Der Ritter von der traurigen Gestalt will seine eigene Geschichte nicht schließen, die er in Transformation durchquert, die lange noch nicht vorbei ist. Die Liebe ist platonisch und er abstinent, um ihr die Geschichte zu schreiben, von den Heldengeschichten, die keine sind. Etwas sein zu wollen, was man nicht ist. Die Geschichte, das eigene Buch fortzuschreiben, eine Figur zu sein - im Leben. Das Scheitern und unvollko...
Kommentare
Kommentar veröffentlichen