Ein angenehm gefülltes Knust, in der ersten Reihe auf dem Boden sitzen und Blaudzun bestaunen. Die Band um den Sänger Johannes Sigmond, dessen Bruder Jacob auf der E-Gitarre geigt und der Keyboarder mit Pony energisch das Schlagzeug haut. Ein Schüchterner am Akkordeon, die rothaarige Grazile mit der Geige stahlt und ein Barfüßiger Truckercap hüpft im Hintergrund neben dem Drummer. Ein sympathischer Anblick der holländischen Hünen und ein beruhigend, ausgleichend musikalisches Erlebnis. Tanzen im Lichtkegel, wenn die Band die Quiet german girls besingt. Mitsummen bei she talks to "elephants" und schließlich ein Publikumschor bei solar "It hurt's too much to stay but I won't let go..." Mit der Ukulele im Publikum stimmen Blaudzun "The wolf's behind the glass" wie ein Schlaflied an, in der Ruhe, wenn die Gefahr sichtbar hinter Glasscheiben ruht, streunt Hamburg beruhigt in die Betten. Slaap lekker!
Ein Anti-Held in einer Gegenwelt, die sich ihr verzaubert gegenüberstellt, und wenn in diesem Theaterprojekt "Quijote. Trip zwischen die Welten" eben die Helden zwar Don heißen aber als Frau, Pferd und Wutbürger, als alles und jeder in Erscheinung treten, sind es wohl wir alle, die tölpelig durch diese Welt (ja, sie ist eine Bühne, Shakespeare!) taumeln, spielen um der Realität zu entfliehen, Rüstungen zur Entfremdung tragen, davon reiten um zu begrenzen und doch wiederkehren, um die Energie wie einen Staffelstab weiterzureichen. Wer geben kann, hat alles. Der Ritter von der traurigen Gestalt will seine eigene Geschichte nicht schließen, die er in Transformation durchquert, die lange noch nicht vorbei ist. Die Liebe ist platonisch und er abstinent, um ihr die Geschichte zu schreiben, von den Heldengeschichten, die keine sind. Etwas sein zu wollen, was man nicht ist. Die Geschichte, das eigene Buch fortzuschreiben, eine Figur zu sein - im Leben. Das Scheitern und unvollko...
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