Ein Podium unter der freien Nebelglocke der Hansestadt. Hoch über Hamburg und Hafen, Kran in Grau und Grau. Da sollte einmal eine Seilbahn schweben. Kulisse wunderbar, auf dem Podest, von hier nach überall. Auch nach Süden, Wilhelmsburg verändern. Eine Seilbahn ist nur in der Vorstellung da, das Eröffnungsszenario ist fake, das Stück unangemeldet aber öffentlich. Guerilla-Theater an den Landungsbrücken, eine szenische Lesung von Friedrich von Borries, Daniel Kerber und Anna-Lena Wenzel mit Nebelmaschinen-Performance von FX Schröder.
Mit Bauhelmen an weißen Hussen-Tischen stehen Bürgermeister, IBA-Leiter, Kuratorin, Aktivistin, Kreativmanagerin und Lokalreporterin und führen ein Rede-Spiel zwischen Schlagworten, kaum Dialog - über Kunst und Stadtentwicklung. Eine Seilbahn als neues Infrastrukturprojekt. "Loko" genannt und das bürgermeisterliche Zahnpastalächeln grinst erschreckend überzeugend. Unterbrochen von den Zwischenrufen eines einzigen Betroffenen, der neben Gartenschau-Center und Industrie in dem zu gentrifizierenden Kiez wohnt, über Miete und die Integration klagt, ihnen die verklausulierten Worte der Bildungsoffensiven und Migrationshintergründe zurückwirft, fragend, in ihrer Unverständlichkeit, und seinem Unverständnis. Sie steigen in eine Kabine und diskutieren die Stadt, Oberhafenquertier und HafenCity, Wilhelmsburg und Blankenese. "Blankenese hat ein Recht auf Seilbahn." Und St. Pauli und Wilhelmsburg ein Recht auf Ruhe.
Und die Themen verwundern nicht wegen ihrer Neuartigkeit: Künstlervergewaltigung durch Stadtentwicklungszwang. Fortschritt, Aufschwung, aber bitte schön schick. Ökonomisch, Schnittstellen und Diskurs. Die Wünsche und Vorgaben einer nach Erfolg strebenden Stadt und die ihrer nacheifernden Kunstschaffenden und -vermittler. Wer greift hier wessen Vokabular auf? Die Politik das der Kultur, die Kultur als Instrument auch die politische Sprache, die Wirtschaft die Entwicklung oder frisst die Entwicklung gar die Kunst am Ende auf. Glocke drüber, alle nach Berlin, wenn schon keine Seilbahn?
Doch die imaginäre Seilbahn bleibt unsichtbar, auch für das Publikum, das nicht in Vielzahl glänzt oder zufällig in die Guerilla-Aktion hineinstolpert. Ein, zwei Spanien-Fans, die gelangweilt auf ihr Spiel hinfiebern, grölen nur dazwischen, braungebrannte Touristen verirren sich zu spät mit ihren Rädern zum Ort des Geschehens und eine Frau läuft verschreckt durchs Bühnenbild. Und die Frage drückt sich auf, wie Kunst vermitteln, wenn sie den Rahmen der Kulturschaffenden nicht verlässt. Diese Performance findet zwar im öffentlichen Raum statt und doch wirkt sie wie ein Teil einer exklusiven, informierten Gruppe wirkt.
Mehr: Die parasitäre Nebelmaschine und im Bewegtbild
Mit Bauhelmen an weißen Hussen-Tischen stehen Bürgermeister, IBA-Leiter, Kuratorin, Aktivistin, Kreativmanagerin und Lokalreporterin und führen ein Rede-Spiel zwischen Schlagworten, kaum Dialog - über Kunst und Stadtentwicklung. Eine Seilbahn als neues Infrastrukturprojekt. "Loko" genannt und das bürgermeisterliche Zahnpastalächeln grinst erschreckend überzeugend. Unterbrochen von den Zwischenrufen eines einzigen Betroffenen, der neben Gartenschau-Center und Industrie in dem zu gentrifizierenden Kiez wohnt, über Miete und die Integration klagt, ihnen die verklausulierten Worte der Bildungsoffensiven und Migrationshintergründe zurückwirft, fragend, in ihrer Unverständlichkeit, und seinem Unverständnis. Sie steigen in eine Kabine und diskutieren die Stadt, Oberhafenquertier und HafenCity, Wilhelmsburg und Blankenese. "Blankenese hat ein Recht auf Seilbahn." Und St. Pauli und Wilhelmsburg ein Recht auf Ruhe.
Und die Themen verwundern nicht wegen ihrer Neuartigkeit: Künstlervergewaltigung durch Stadtentwicklungszwang. Fortschritt, Aufschwung, aber bitte schön schick. Ökonomisch, Schnittstellen und Diskurs. Die Wünsche und Vorgaben einer nach Erfolg strebenden Stadt und die ihrer nacheifernden Kunstschaffenden und -vermittler. Wer greift hier wessen Vokabular auf? Die Politik das der Kultur, die Kultur als Instrument auch die politische Sprache, die Wirtschaft die Entwicklung oder frisst die Entwicklung gar die Kunst am Ende auf. Glocke drüber, alle nach Berlin, wenn schon keine Seilbahn?
Doch die imaginäre Seilbahn bleibt unsichtbar, auch für das Publikum, das nicht in Vielzahl glänzt oder zufällig in die Guerilla-Aktion hineinstolpert. Ein, zwei Spanien-Fans, die gelangweilt auf ihr Spiel hinfiebern, grölen nur dazwischen, braungebrannte Touristen verirren sich zu spät mit ihren Rädern zum Ort des Geschehens und eine Frau läuft verschreckt durchs Bühnenbild. Und die Frage drückt sich auf, wie Kunst vermitteln, wenn sie den Rahmen der Kulturschaffenden nicht verlässt. Diese Performance findet zwar im öffentlichen Raum statt und doch wirkt sie wie ein Teil einer exklusiven, informierten Gruppe wirkt.
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