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SoKo: Much more than cute


Wundervoll und alles andere als nur zuckersüß, hieß das Killer-Album von 2007 nicht  Not SoKute, hat Soko gestern im Molotow das ganze Emotionsbewegungsspektrum in einem Konzert abgerissen, mit hineingeschliffen und erfüllt. Tatsächlich wie bei einem guten Essen, werden alle Geschmacksrichtungen bedient, hat es eine wundersam befriedigende Wirkung zur Folge: verletzlich-ernsthaft (another depressing song), authentisch-provokativ (frisch erlernte deutsche Worte wie "Isch mac Muschies" ins Publikum brüllen), beschwingt und energisch bis wütend, hier einer der besten songs aus Berlin:
http://www.youtube.com/watch?v=CUHuBRyUNII&feature=relmfu

Die alten Songs (I'll kill her oder The Dandy Cowboys) verlangt das Publikum, spielt sie aber zu Recht nicht auf Ihrer "I thought I was an alien"-Tour, denn die neuen Texte sind ironischer, tiefer, wirken echter ... von Begegnungen mit Drogenjungs, vom Aufruf, jetzt zu lieben und zu leben, ehrlich zu sein, vom Versuchen und Scheitern (I wanna make it new, Dance like an Alien, How are you?). Und sie klingen nach mehr, etwas folk, etwas elektronisch, die drums, die rauhe Stimme klingt melancholisch und energisch durch alles hindurch, der naive Trash ist weg - wie das Niedliche bei der umkippenden Stimme. Die Stimme steht im Raum, sie auch aufrecht.

Und den Vorwurf des Zuckersüßseins schließt sie mit einem lauten Rülpser ins Mikrofon aus. Ein Lächeln.

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