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Tschechows verdrehte Möwe


Zufällig kam da ein Mensch, sah sie, und weil er nichts Besseres zu tun hatte, vernichtete er ihr Leben.
Ein Stoff für eine kleine Erzählung.
Dabei nichts als Menschen, die auf der Bühne Menschen spielen, auf der Bühne ihr Leben suchen. Künstler, die Ruhm planen und Dichter, die ihre Geschichten leben, um sie niederzuschreiben; Mädchen, die aufgeben zu glauben – und sie versagen alle: Tschechows Figuren ohnehin aber auch die Schauspieler in nur seichtem Beifall. Länge, Langeweile, ja, auch das ist die Bühne. Und vielleicht wollte Alice Buddeberg dem Publikum diese auch unerträglich mit ihrem Stück aufdrücken, um sich einzufühlen, in die ländliche Erlebnislosigkeit, in der man die Reibung an großstädtischen Charakteren vermisst.
Und das Innovative in dieser Inszenierung ist dann wohl die Umkehr. Denn mag man ihr unterstellen, dass sie die von Tschechow wohl gezeichneten Charaktere bewusst so rigoros klein macht. Das Intensive wird flach, das Gesagte platt und die Bühne dreht sich vor den Augen des Publikums. Sie muss ihn nicht mögen, diesen Stoff und diesen Autor und sie will wohl, in ihrer Ganzheit zeigen, wie zeitgenössische Inszenierungen auch ohne Schock scheitern können.

Ich bin jung, müde, die Möwe...

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