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Wir sind zu schwer.

Enttäuschend sind sie, dieser Kasimir und diese Karoline, versinken im Klamauk eines hinreißend schweren Bühnenbildes. Die riesigen silbernen Ballons schweben bedrohlich über den Köpfen der Spielenden. Dann sinken sie und fallen dumpf zu Boden, in kleinen Amplituden springen sie in die Stille. "Sind wir zu schwer? Heißt das, wir passen nicht zueinander? Heißt das, wir trennen uns?", fragt Kasimir (Mirco Kreibich) die Karoline (Maja Schöne), die sich gerade (auf dem Ballon) davon schwingt. Er, der Pessimist. Sie, die Melancholikerin. So heißt es, aber man spürt die Charaktere nicht. Es ist nur ein Treiben, das Münchner Oktoberfest fungiert als Setting und so ersaufen sich alle im Dialog des Nichts in diesem Spiel. Das geht auch ohne Beckett.

Kasimir hat gerade sein Fahrgeschäft verloren. Vielleicht ist es Zufall, dass Karoline sich genau jetzt für andere Männer zu interessieren beginnt. Ein, zwei, drei - gleich. Sie trägt ihren dünnen Körper - um Aufmerksamkeit heischend - über die Bühne und sonst klingt da nicht mehr. Er steckt wieder in einer zu leisen Rolle des Elends wie schon in Warten auf Godot. Kreibich kann das Laute besser, das Lebendige. Das glaube, mag oder hoffe ich einfach. In Kasimir und Karoline - Glauben Lieben Hoffen ist er mir zu leise und ich suche auch die Steckelschen Raffinessen des Gefühlstheaters, die Musik, die Eindringlichkeit, die Tiefe, das Lebensgeschrei. 


Jette Steckel verarbeitet zwei Stücke von Horváth und macht das sicher geschickt. Doch es erreicht mich (diesmal) nicht. Übertönt wird alles in einer trunkenen Beiläufigkeit. Oktoberfest eben. Da war noch die Geschichte von Elisabeth und ihrem Polizisten (der zweite Stoff), die ins Wasser geht, sich erst freikämpft, sich dann anhängt, Liebe erlangt und Gunst verliert. Es bleibt nicht viel, ein Ächzen am Ende. Es war gar nicht schwer.


mehr_https://www.thalia-theater.de/de/spielplan/repertoire/kasimir-und-karoline--/

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