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Danger, danger, Mamam Bourgeois!


Die Spinnenmutter wird abmontiert. Stück für Stück wird das in großen, hohen Bogen verlaufende, dünne Spinnenbein aus Metall zerlegt, der runde Körper heruntergenommen. Sie wandert weg und weiter, der übergroße Weberknecht der Louise Bourgeois, der emsigen Fleiß und Geschicklichkeit, Akribie und Zerbrechlichkeit, Feingefühl und Ehrgeiz verkörpert.

Auf dem Vorplatz der Kunsthalle Hamburg wird das harte Material, eine Hommage an die Französin, mit dem düsteren Werk wieder verpackt. Bildhauerei in Schwarz-Weiß. Ihre Käfige und Stoffleiber ohne Gebeine und Kinderkleider ohne Körper, harte und zerschlissene Materialien verschmolzen zu einer Erinnerungsbild, wie ein Albtraum reiht sich in dem großen Käfig (cells) das Unheimliche an das Mystische. Krieg, Verletzung, Eingesperrtsein, brutal bis zart wirken diese Einblicke in Seelenlücken. Der Zuschauer begreift sofort, dass hier verarbeitet wird. Alles schreit nach Gefahr, Vorsicht bitte. Abstand halten. Wo Seifenblasen von Leichenwaschwasser wandern. Und Kinderbetten aus Gefängnisstangen der Boden fehlt. Fiel das Kind, wurde es weggesperret, zurückgesperrt, kam es nie.

Das Labor der Erinnerungen und des Verlust wird in Hamburg weggeräumt, wandert mit der Spinne Maman weiter durch die Welt.

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